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Nachhaltigkeit: Für Kanzleien die Employer-Branding-Chance der Stunde

Nachhaltigkeit ist das Thema der Stunde. Die „Generation Greta“ betritt den Arbeitsmarkt. Bewerber:innen machen Gehaltsabstriche, weil sie bei verantwortungsvollen Unternehmen arbeiten möchten. Warum nur ist das Thema im Employer Branding von Kanzleien so wenig sichtbar?

 

Corporate Social Responsibility (CSR) und insbesondere Nachhaltigkeit ist ein echter Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt. In Zahlen: 76% der Beschäftigten finden es wichtig, dass Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert bei ihrem Arbeitgeber hat. 70% würden sich eher bei einem nachhaltigen Unternehmen bewerben, 34% würden gar ein Gehalt unter dem Marktdurchschnitt akzeptieren. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Online-Umfrage der Jobplattform StepStone, für die rund 12.000 Menschen befragt wurden.

 

Laut einer im Mai 2021 veröffentlichten Studie der Employer-Branding-Beratung Universum unter 47.000 deutschen Studierenden ist CSR über alle Studienfächer hinweg unter den Top-3-Faktoren für das Image eines Arbeitgebers, wichtiger als z.B. inspirierende Führung der eine schnelle Beförderung. Frauen (35%) ist CSR wichtiger als Männern (15%). Studierende der Rechtswissenschaften nannten es zu 29% als Top-3-Kriterium und damit häufiger als der fächerübergreifende Durchschnitt. Und: je besser die Note, desto wichtiger wurde CSR bewertet.

 

Bei den Kanzleien scheint diese Erkenntnis nur langsam anzukommen. Auf den wenigsten Karriereseiten finden Bewerber:innen Infos zum Thema Nachhaltigkeit. Und wenn, dann beschränkt es sich auf die Angabe, an welche wohltätigen Zwecke man spendet, dass man seinen Mitarbeiter:innen ÖPNV-Jobtickets anbietet oder weniger Papier verbrauchen möchte. Verbindliche Commitments, zum Beispiel dass und wie man klimaneutral werden möchte, muss man weiterhin mit der Lupe suchen. Dass mehr geht als das Standardprogramm, zeigen folgende drei Beispiele:

 

Lindenpartners aus Berlin beschreiben unter Law Firm for Future, dass sie auf vegetarisch oder vegane Küche setzen, Akten ausschließlich digital führen, kein Einwegplastik nutzen und Mitarbeiter:innen grundsätzlich per Bahn auf Dienstreisen schicken.

 

Rödl & Partner liefert interessierten Kandidat:innen umfangreiche Informationen zum Thema Nachhaltigkeit auf der Karriereseite. Wer es genau wissen will, kann sich den Nachhaltigkeitsbericht herunterladen.

 

Die Düsseldorfer Patentanwält:innen Cohausz & Florack bezeichnen soziale und ökologische Verantwortung als Teil ihrer Kanzleiphilosophie und geben auf ihrer Karriereseite konkrete Beispiele, wie die „Einhaltung des Nachhaltigkeitsstandards in Gold“ des Kanzleigebäudes.

 

Nachhaltigkeit bietet Kanzleien also noch große Chancen im Employer Branding. Sie können sich deutlich positionieren und vom Wettbewerb abgrenzen. Gerade, wer zwar Top-Talente gewinnen möchte, aber bei den Top-Gehältern nicht mithalten kann oder will, kann in diesem Bereich punkten.

 

Klar ist auch: Kanzleien müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein und Nachhaltigkeit tätsächlich leben. Wer es aber bereits macht, der sollte sich nicht in Bescheidenheit üben. So gibt es Kanzleien, die ihr deutlich überdurchschnittliches Engagement offenbar nicht als Wettbewerbsvorteil begreifen und es im Karriere-Kontext nicht kommunizieren.

 

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