Der organische Suchtraffic von großen Jobbörsen wie Stepstone, Indeed oder Xing bricht spürbar ein – bei manchen um mehr als die Hälfte. Karriereseiten von Arbeitgebern sind in ähnlicher Weise betroffen. Wir erklären, was dahintersteckt – und was Kanzleien jetzt tun sollten.
Was die Zahlen zeigen
Eine aktuelle Analyse des Softwareanbieters Wollmilchsau vergleicht die aktuellen Zugriffe aus der Google-Suche auf große Online-Stellenmärkte mit dem Niveau aus 2024/2025. Überall zeigte sich ein starker Rückgang, wenn auch Stepstone und Xing deutlich stärker betroffen sind als Indeed:
- StepStone: -57 %
- XING: -47 %
- Indeed DE: -13 %
Besonders betroffen sind generische Suchanfragen wie „Stelle Rechtsanwaltsfachangestellte“ oder „Ausbildung Notarfachangestellte“. Dagegen blieben die Zugriffe über Suchen mit Markenbezug wie „Rechtsanwaltsfachangestellte Stepstone“ relativ stabil.
Ursache: KI verändert Suchverhalten massiv
Vor wenigen Jahren war die Logik einfach: Suchbegriff eingeben, blaue Ergebnisliste durchklicken. Wer auf Seite 1 bei Google stand, bekam Traffic.
Diese Logik trägt heute nicht mehr:
- KI-Zusammenfassungen beantworten viele Anfragen direkt in der Suche, ohne dass ein Klick nötig ist – selbst Top-Platzierungen verlieren dadurch Klicks.
- Chatbots als Sucheinstieg ersetzen bei vielen komplexeren Fragen zunehmend die klassische Google-Suche.
- Sinkende Klickbereitschaft: Wer eine schnelle Antwort erwartet, vergleicht seltener aktiv mehrere Webseiten.
Was das für Kanzleien bedeutet
Nicht nur große Stellenmärkte verlieren an Sichtbarkeit. Auch Karriereseiten von Arbeitgebern sind weniger sichtbar als noch vor einem Jahr, denn auch sie erhalten deutlich weniger Zugriffe von Suchmaschinen.
Für Kanzleien heißt das:
- Weniger Bewerbungen über die eigene Karriereseite
- Einzelschaltungen in großen Stellenmärkten erreichen weniger Bewerber über Google & Co
- Weil Suche mit Markenbezug (z. B. Kanzleiname + „Jobs“) stabil bleibt, wird die Arbeitgeberbekanntheit zum entscheidenden Faktor
- Sichtbarkeit bei ChatGPT, Claude und Co wird immer wichtiger
Was Kanzleien jetzt tun können
Gezielt streuen statt auf organischen Traffic zu warten. Eine abgestimmte Kombination aus Google Ads, Social-Media-Kampagnen und Stellenanzeigen in den richtigen Jobbörsen erreicht Bewerber dort, wo Reichweite noch planbar entsteht. Genau diese Kombination stellen wir bei der Lawgentur für Kanzleien zusammen.
In Arbeitgeberbekanntheit investieren. Ein gepflegtes kununu-Profil ist ein direkter Hebel: Bewertungsportale sind der Ort, an dem gezielt nach einem konkreten Arbeitgeber gesucht wird – also genau der Bereich, der am wenigsten unter der aktuellen Entwicklung leidet.
Auf spezialisierte statt breite Plattformen setzen. Für ReFas, ReNos und weitere Fachangestellte bietet eine spezialisierte Plattform wie sterejo.de gezieltere Ansprache mit weniger Streuverlust als eine breite, generalistische Jobbörse.
Bei akutem Bedarf aktiv vermitteln lassen. Muss eine Position kurzfristig besetzt werden, ist gezielte Personalvermittlung auf Provisions- oder Partnerschaftsbasis planbarer als das Warten auf organische Reichweite.
Jetzt handeln, nicht erst beim nächsten Engpass. Der Wert dieser Zahlen liegt in der Vorlaufzeit, die sie bieten. Wer Arbeitgebermarke und Kanal-Mix aufbaut, solange der Bewerbermarkt noch entspannt wirkt, hat einen klaren Vorsprung, sobald sich das dreht – und beim Fachkräftemangel bei ReFas und ReNos ist das eine Frage der Zeit, nicht der Wahrscheinlichkeit.
Ihr wollt wissen, wie robust Ihr Personalmarketing-Mix aktuell aufgestellt ist? Wir schauen uns das gern gemeinsam mit Ihnen an.
Quelle: Wollmilchsau, LinkedIn-Beitrag / Newsletter September 2026.